Hhuuuiiiiiiiii!

 

 

 

Ein nettes Hobby...Zug

 

...da ich unheimlich gerne durch die Gegend fahre und andere Städte besuchen kann.

Um Triebfahrzeugführer zu werden, muß man zunächst einen Metallberuf (Schlosser, Elektriker, Mechaniker usw.) erlernen.

Ich habe die rationellste Variante gewählt und gleich in der ÖBB Lehrwerkstätte in Knittelfeld (Stmk.) Maschinenschlosser gelernt.

Darauf folgten 27 Monate Ausbildung zum Tfz-Führer in Villach. Mit einer abschließenden technisch-staatlichen sowie einer Dienstprüfung war ich mit 21 Jahren geprüfter Triebfahrzeugführer für Elektro und Dieselloks. (Heute ist die Ausbildungszeit kürzer und etwas anders)

Als blutjunger Lokführer wird man nicht gleich auf die Menschheit los gelassen. Man arbeitet zunächst im Verschubdienst, später im Güterzugdienst. Nach einigen Jahren darf man auch Reisezüge fahren.

Um mit einem bestimmten Tfz fahren zu dürfen, muß man zuerst eine Typenprüfung absolvieren. Im Laufe der Jahre kommt da ganz schön was zusammen:

 

Mein TFZ-Typen

ÖBB-E-TFZ: 1141, 1245, 1161, 1010, 1110, 1020, 1042, 1043, 1044, 4030, 4130, 4010
Bilder von allen ÖBB E-Tfz findest Du bei Christian Knop
DB-E-TFZ: 110, 111, 151, 139, 140
Diesel: 2060, 2062, 2067, 2043
Bilder von allen ÖBB Diesel-Tfz findest Du bei Christian Knop
 

Mein befahrenen Strecken:

Richtung Wien: Klagenfurt, Feldkirchen St.Veit/Glan, Knittelfeld, Wien Süd.
Richtung Salzburg: Spittal/Drau, Mallnitz, Schwarzach/St.Veit, Bischofshofen, Salzburg.
Regional: Arnoldstein, Tarvisio, Rosenbach, Jesenice

1044lauf.gif (79197 Byte)

Um den Beruf Triefahrzeugführer auszuüben, muß man zu den verschiedensten Zeiten nüchtern und ausgeruht seinen Dienst beginnen. Am schlimmsten sind die in der Zeit zwischen 0 - 4 Uhr. Eine Dienstschicht dauert normalerweise zwischen 8 und 14 Stunden. (Bis zu 16 Stunden möglich.) Auf einen Tagdienst folgt meistens eine Nachtschicht, danach hat man dann einen oder zwei Tage frei.

Dienstzeiten

Beispiel meines Dienstplanes:

 

Juni 1998


     Plantag  Dienstbeginn Dienstende

1

Mo

A

   

2

Di

5/18

16:57

 

3

Mi

5/19

 

6:17

4

Do

R

   

5

Fr

5/21

5:47

20:40

6

Sa

5/22a

17:57

 

7

So

5/23a

 

5:35

8

Mo

5/24b

6:59

19:55

9

Di

R

   

10

Mi

5/26

3:26

13:35

11

Do

5/27

10:00

 

12

Fr

5/28

 

0:40

13

Sa

R

   

14

So

R

   

15

Mo

5/1

6:59

21:13

16

Di

5/2

14:25

 

17

Mi

5/3

 

2:14

18

Do

R

   

19

Fr

5/5a

15:39

 

20

Sa

5/6a

 

4:13

21

So

5/7a

13:27

22:10

22

Mo

5/8b

15:43

 

23

Di

5/9b

 

4:40

24

Mi

R

   

25

Do

5/11

3:29

15:30

26

Fr

5/12

18:07

 

27

Sa

5/13

 

6:14

28

So

R

   

29

Mo

5/15d

19:20

 

30

Di

5/16d

7:20

31

Mi

5/17

6:00

22:00

 

So hat ein Lokführer auch sehr viel Freizeit an den Wochentagen. Das hat den Vorteil. daß man an diesen Tagen besser seiner Freizeitbeschäftigung nachgehen kann, als abends oder an Wochenenden, wo alle Leute unterwegs sind (z.B Schi fahren, Tennis usw.). Schlechter sieht es schon beim Besuch von Abendkursen und sonstigen regelmäßigen Veranstaltungen (Theater-Abo) aus, solche bleiben uns, will man nicht den Großteil des Urlaubs dafür verwenden, meistens verwehrt.

Freizeitgestaltung

Ist die Ehefrau berufstätig, leidet das Familienleben wohl auch stark an den unregelmäßigen Dienstzeiten, da man sich ständig die Türschnalle in die Hand gibt. Wenn man dann auch noch am Wochenende oder zu Weihnachten, Silvester usw. Dienst hat, ist das schon ganz schön beschissen. Sehr viele Lokführer sind deshalb geschieden.

 

Dienstauffassung

Obwohl ich zwar wahrscheinlich einer von den wenigen bin, die nicht schon als Kind vom Traumberuf Lokführer geträumt haben, freue ich mich immer schon auf meinen Dienst. Irgendwie empfinde ich bei dieser Tätigkeit eine gewisse Entspannung. Die meisten meiner Kollegen denken darüber ganz anders. Ich glaube, das hängt wohl mit meiner positiven Einstellung zusammen. Nur an miesen Tagen merke ich, wie anstrengend eigentlich dieser Beruf ist. Mit einem Schnellzug mit ca. 300 Personen pünktlich im Zielbahnhof einzufahren, ist für mich, auch nach 22jähriger Berufsausübung, immer noch ein erhebendes Erlebnis. 

 

 

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Zuletzt bearbeitet: 09.11.99